Jodhpur in Rajasthan
Ein Reisebericht von Uta Kubik-Ritter. Mehr aus ihrer Feder findet ihr unter www.kuris-world.com
Knapp 5
Stunden dauerte die Fahrt von Mount Abu über Ranakpur hierher in die blaue
Stadt, und woher sie ihren Namen hat, ist unschwer zu erkennen.
Der Blick hinunter vom Meherangarh Fort sagt auch, warum. Viele Häuser
erstrahlen in blau, der Farbe der Brahmanen. Noch heute
scheinen die Menschen in Jodhpur diese Farbe zu mögen.
Wir haben
uns für die nächsten Tage im Ajit Bhawan einquartiert. Die Hotelanlage ist
eine der schönsten ihrer Art. Eine himmlische Ruhe, wenn man durch das große
Tor in den Garten tritt und dem Verkehr auf der Straße den Rücken kehrt. Früher
ein ehemaliger Stadtpalast der Maharajas von Jodhpur, ist das Haus mit seinen
Bungalows heute eine Herberge für Touristen.
Direkt
vor unserer Bungalowtür fanden wir diese roten Eimer. An einem Gestell hängend,
mit Sand gefüllt und dem weißen Aufdruck mit den Hindi- und englischen Worten
für “Feuer”. Sollten wir - wenn es brennt - damit löschen?
Wir haben einfach den Gedanken daran beiseite geschoben und lediglich
geschmunzelt, wenn unser Blick auf die Feuerlöschanlage fiel .....
Mit Kusum, unserem Begleiter, haben wir dann die Stadt erkundet. Natürlich stand zuerst das Meherangarh Fort auf dem Programm. Der Weg hinauf war schon ein (musikalisches) Erlebnis. Das kleine Mädchen tanzte nur für uns .....
Und genau
hier - wo das kleine Mädchen uns einen Tanz vorführt, hatten wir auch einen
weiten Blick hinunter in die Stadt. Ein Blick auf kleine Häuser, enge Gassen,
spielende Kinder, Mädchen an der Pumpe am Brunnen, einen Milchladen und .....
..... ein Blick auf das flache Dach eines Hauses. Dort sahen wir etwas, was wir so bei uns nicht kennen: trocknende Kuhfladen. Hier in Indien ist dieses Naturprodukt Brennmaterial für die Küche. Damit wird die ganze Familie bekocht. Glaubwürdig erhielten wir die Antwort, dass der Brennstoff nicht stinkt, wenn er im Ofen ist. Die junge Frau jedenfalls formt die runden Platten aus Dung. Nach dem Trocknen werden sie aufgestapelt und verheizt.
Die
Festung wurde Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut und überragt Jodpur vom 120
Meter hoch gelegenen Grat des Hügels. In den Folgejahren immer wieder erweitert
und restauriert, wird das Fort heute von einer 36 Meter hohen Mauer umgeben.
Sieben Tore führen in das Innere des 475 x 75 Meter großen Komplexes. Das
viele Menschen in den Mauern
gewohnt haben, macht dieses Bild deutlich. Sie
wissen nicht, was das ist? Eigentlich klar erkennbar! Es ist eine ganz gewöhnliche
Bratpfanne. Na ja, heute bei den Kleinfamilien können wir uns diese Ausmaße
überhaupt nicht mehr vorstellen. Damals gab es aber viele Mäuler zu
stopfen.
Wir haben uns dann in die Welt der Basare begeben. Einfach nur treiben lassen, war unsere Devise. Schlendern zwischen Marktständen, Menschen, Kühen und Rikschas hindurch .....
Wir verlassen den Basar und kommen wieder am alten englischen Glockenturm vorbei, der hier so wie ein Fremdkörper unter all den indischen Bauten steht.
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