Kalkutta in Westbengalen
Ein bebilderter Reisebericht von Irmgard und Hans-Jürgen Resing. Mehr von den beiden auf www.resing-online.de.
Nochmals standen 10 Stunden Eisenbahnfahrt auf dem Programm, um nach Kalkutta zu gelangen. Kalkutta sollte die letzte Station unserer diesjährigen Reise sein, bevor es mit dem Rajdhani Express ihn 17 Stunden nach Delhi zurückging und von dort mit dem Flugzeug über Dubai nach Düsseldorf.
Über
Kalkutta hört man nichts Gutes. Es soll schmutzig, überbevölkert und eine
dahinsterbende Stadt sein. Mit Delhi gehört Kalkutta zu den sieben Städten der
Welt mit der höchsten Luftverschmutzung. Ein Tag in Kalkutta ist so, als wenn
man 17 Zigaretten rauchen würde.
Kalkutta ist aber auch lebenslustig und viele sagen, was heute in Kalkutta gedacht wird, wird morgen im übrigen Indien getan
In Kalkutta gibt es auch noch Rikshas, die mit purer Menschenkraft gezogen werden. Alles dies hatten wir von Kalkutta gehört und um noch eines drauf zu setzen ein Zitat von Günter Grass: "Warum nicht ein Gedicht über einen Haufen Scheiße schreiben, wie Gott in fallen ließ und Kalkutta nannte. Wie es wimmelt stinkt und lebt und immer mehr wird.” Also, wir waren vorgewarnt. Unser erster Eindruck am Bahnhof in Howrah war gut. Kalkutta eine ganz normale Großstadt mit dem Hang zur Sauberkeit neigend, oder waren wir schon so an Indien gewöhnt, dass wir den Schmutz gar nicht mehr sahen? Wir wissen es nicht.
Vom Bahnhof ging es mit der Fähre an der Howrah-Brücke vorbei zur gegenüberliegenden
Seite und zu Fuß weiter zur Sudderstreet, wo es die begehrten Billigunterkünfte
für Traveller gibt. Im Hotel Hilson haben wir uns einquartiert. Ein großes
Zimmer mit hohen Decken und ein Bad standen zur Verfügung. Die Fenster waren
ohne Glas aber mit Holzblenden ausgestattet. Aus dem Kran im Badezimmer kam
dunkelbraunes Wasser und von der Decke rieselte der Kalk und unsere
Schlafsäcke waren immer weiß davon. Außerdem nistete ein
kleiner Vogel über dem Schrank, so dass wir nicht alleine waren. Eigentlich
wollten wir nur eine Nacht hier bleiben, aber es wurden drei. Wir fanden das
Zimmer gar nicht so schlecht. Sollten wir wirklich schon den Blick für die
Realität verloren haben?
Kalkutta!
Kalkutta besitzt als einzige Stadt in Indien eine U-Bahn, die Fahrt für 5 Rupees, und so ist es leicht, alle Sehenswürdigkeiten zu erreichen
Zunächst haben wir uns das prächtige Victoria Memorial angeschaut. Dann stand der blutrünstige Kali-Tempel auf dem Programm, wo viele Blutopfer dargebracht werden. Der Platz BBD Bagh mit den vielen kolonialen Bauten ist sehr interessant. Außerdem standen noch die St. Paul's Cathedral, die Friedhöfe an der Park Street, die Howrah-Brücke und das Ordenshaus von Mutter Teresa auf dem Programm.
Ein fast verlängerter Urlaub!
Besuchszeiten im Ordenshaus von 15:00 - 18:00 h. Wir waren um 14:45 h an der
Pforte, wo schon einige andere Traveller warteten.
Punkt 15:00 h läutete es und die Pforte wurde geöffnet. Eine Schwester begrüßte uns und sagte, dass wir zunächst in die Kapelle gehen sollten und uns dort das Grab der Mutter Teresa anschauen sollten. Danach bekamen wir ein Heiligenbildchen und eine Plakette. Anschließend ging es ins Büro, wo wir kaum einen Platz fanden, so viele Besucher waren dort. Im Büro wurden wir aufgefordert ein Formular auszufüllen. Unter anderem sollten wir aufschreiben, wie lange wir bleiben wollten. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, um mal nachzufragen und wir bekamen die Antwort. " Wollen Sie hier nicht für einige Zeit arbeiten?"
Wir verneinten und ließen durchblicken, dass wir uns nur das Ordenshaus anschauen wollten. Auch das war kein Problem. Wir bekamen Fotoalben vorgelegt und erhielten die Möglichkeit ein Kinderheim zu besuchen.
Alle Achtung vor denjenigen, die einige Zeit hier arbeiten. Freiwillig kann man im Sterbehospiz, im Kinderheim, im Heim für Behinderte, in der Schule oder außerhalb Kalkuttas in der Lepra Station arbeiten.
Eine gute Kondition und Ausdauer gehören schon dazu.
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