Mount Abu in Rajasthan
Ein bebilderter Reisebericht von Uta Kubik-Ritter. Mehr aus ihrer Feder findet ihr unter www.kuris-world.com
In gut 1200 Metern Höhe liegt der Ort zwischen der Himalayakette im Norden und den Nilgiris Bergen im Süden Indiens. Aufgrund der Höhenlage ist Mount Abu beliebter Erholungsort der Inder, die während der heißen Monate März bis Juni und September bis Dezember gern in dieses Gebirge kommen.
Wir haben schon die 185 km lange Fahrt von Udaipur hierher genossen. In großen Serpentinen steigt die Straße spürbar an. Das Bergklima brachte auch angenehmere Temperaturen und leichten Wind. Unser Ziel war das Connought House. Anfang des vorigen Jahrhunderts erbaut, ist es heute renoviert und bietet einer handvoll Gästen Platz. Die Zimmer sind noch mit diesen schönen alten Möbeln bestückt, die das Flair eines Einheitshotelzimmers erst gar nicht aufkommen lassen. Breakfast, Lunch und Dinner nahmen wir gemeinsam im großen Speisezimmer ein. Der ovale Tisch war Mittelpunkt bei den Mahlzeiten.
In der
Morgensonne saß täglich ein älterer Herr vor dem Eingang. Er freute sich,
wenn Gäste mit ihm sprachen, und dabei erzählte Thakur Baney Singh (so sein
Name) uns, dass er früher Diener bei dem englischen Herrn war und nun hier im
Haus weiterhin seinen Lebensabend verbringen darf. Stolz zeigte er uns die viele
Post, die er aus aller Herren Länder bekommen hat. Sicher zieren auch jetzt die
Bilder - die uns beide mit ihm zeigen - seine Fotosammlung. Wir haben sie ihm
mit Grüßen und weiteren Bildern unserer niedersächsischen / hannoverschen
Heimat geschickt.
Besonders
froh waren wir, dass der im Ortskern gelegene Nakki See die Gelegenheit
zum Spaziergang bot. Ganz um ihn herum führt ein ruhiger Weg, teils durch Wald,
teils an wunderschönen Wochenend- und Sommerhäusern vorbei.
Dass Inder gerne fotografieren (vor allem sich selbst und die Familie), hatten wir schon gemerkt. Hier am See ist das aber ein besonders ausgeprägtes Hobby. Unzählige Stände mit historisch nachgearbeiteten Kostümen befinden sich an der Strandpromenade. Fotografen warten auf indische (vielleicht auch ab und zu auf ausländische ?!?!?) Gäste, um sie - verkleidet - abzulichten. Wir sahen dabei zu und machten das eine und andere schöne Foto.
Mount Abu war nicht nur unser Ziel, um einige Tage zu relaxen, wir wollten auch den Dilwara Tempel besuchen. Dem Heiligtum der Jainisten geht der Ruf voraus, außergewöhnlich schön und reich mit Steinmetzarbeiten ausgestattet zu sein. Diese Aussage stimmt. Wir können das bestätigen. Aber das können auch viele, viele andere Touristen. Der Tempel war teilweise überfüllt. Ruhe und Beschaulichkeit kam da nicht auf. Auch die Kameras durften nicht zum Einsatz gebracht werden. Wahrscheinlich hätten wir auch kein Bild machen können, ohne dass nicht ein Besucher durch das Objektiv gelaufen wäre .....
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