Wiedergeburt
/ Reinkarnation
Dem
Glauben des Hinduismus nach stirbt zwar der Körper, nicht aber die Seele. Die
Seele folgt dem Pfad des vorhergegangenen Lebens und kehrt in einen neuen Körper
ein. Dabei greift das Prinzip des Karma,
das besagt, dass jeder Mensch sein zukünftiges Leben im hier und jetzt selber
bestimmt. Wird jemand krank geboren, so hat er im letzten Leben schwere
Verfehlungen begangen. Wird jemand reich geboren, so hat er sich im letzten
Leben verdient gemacht, usw. Das Kastensystem
zeigt den Menschen die gesellschaftliche Stellung auf, aus der sie im jetzigen
Leben nicht entfliehen können. Daher auch die Motivation, sein Leben besonders
gut und fromm zu leben, damit das nächste Leben besser wird. Von daher wird ein
schlechtes Leben auch nicht als Bestrafung Gottes angesehen sondern als
Konsequenz der eigenen Verfehlungen.
In der Bhagavad Gita erklärt Gott
Krishna Arjuna das Prinzip der Reinkarnation (2:22):“ Zum Zeitpunkt des Todes
stirbt der Körper, die Seele aber stirbt nie. Die Seele verlässt den Körper
und kehrt in einen Neuen wie ein Körper seine Kleidung wechselt. Die Seele ist
auf ewiger Wanderschaft und nimmt sich eine unendliche Anzahl von Körpern, bis
alle Karmas erschöpft sind, die der Seele anhängen. Dieser Prozess ist die
Reinkarnation.“
So
muss ein Mensch auch nicht als Mensch wiedergeboren werden. Je nach Ausmaß
seiner Verfehlungen / Frömmigkeit, so ist eine Wiedergeburt auch in Form eines
Tieres, einer Pflanze, eines Einzellers oder eines Halbgottes
möglich. Um aus dem Kreis der ewigen Wiedergeburt zu entfliehen, muss
die Seele aber in einem menschlichen Körper sein. Das ewige Seelenheil, auch
„moksha“ genannt, kann nur durch die Befreiung der Seele von den Karmas
geschehen. Hierfür muss ein gottgleiches Leben geführt werden und rechter
Glaube, rechte Erkenntnis und rechtes Verhalten sind die Voraussetzung.
Auch
Götter sind vom Kreis der Reinkarnation nicht verschont, da auch sie
menschliche Züge haben und somit auch sündigen.
Bei
Selbstmord wird die Seele für tausende von Jahren verbannt und muss auf der
untersten Stufe der evolutiven Leiter neu beginnen. Auch kann es sein, dass die
Seele „stillsteht“, in keinen neuen Körper einkehren kann und als Geist bis
ans Ende aller Tage verweilen muss.
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