Sadhus, die heiligen Männer des Hinduismus

Sadhus, auch Babas genannt, sind Bettelmönche und die heiligen Männer des Hinduismus. Durch ständige Buße und asketischen Lebensstil möchten sie Erleuchtung erlangen. Die Welt wird nur als Schein und Trug angesehen, auch „Maja“ genannt. Dieser Welt versuchen die heiligen Männer daher zu entsagen. Weltliche Dinge wie Besitztümer, Reichtum und menschliche Bindungen werden abgelehnt, ebenfalls aktives Handlungen zur Verbesserung des Karma. Durch diese Askese wird Freiraum für den Weg in die göttliche Wirklichkeit geschaffen.

Die meisten Sadhus sind Gefolgsleute des Shivaismus, der Verehrung Shivas. Sie imitieren das Leben Shivas und teilweise auch sein mythologisches Aussehen. Durch drei Aschestreifen auf der Stirn wird das Auslöschen der drei Unreinheiten symbolisiert (Maja, eigennützliches Handeln und Selbstsucht). Viele Shiva- Anhänger tragen auch den Dreizack und die zweifellige Trommel.

 Sadhu in HampiAnfänglich schließen sich die Babas Gurus an und trainieren sich im Karma-Yoga. Zum Zeichen der lebenslangen Treue zum Guru werden die Haare abrasiert. Danach befinden sich die heiligen Männer auf ewiger Pilgerfahrt und durchwandern das Land. Bevorzugt werden Städten, an denen Shiva verehrt wird, beispielsweise Rishikesh, Gangotri, Varanasi. Sadhus halten sich aber nie lange an einem Ort auf, da der Glaube besagt, dass ewige Bewegung Körper und Geist wach hält. In diesem Abschnitt des Lebens werden die Haare nicht mehr geschnitten und sind meistens verfilzt oder werden als Dreadlocks getragen.

 Viele der Babas rauchen aus Chillums, rohrartigen Haschpfeifen, Ganja oder Haschisch. Shiva schuf und rauchte diese Pflanze angeblich zum Zweck der Meditation. Obwohl die indische Regierung strenge Strafen auf Haschischbesitz vergibt, wird der Konsum bei Sadhus wegen der „religiösen Notwendigkeit“ toleriert.

Sadhu kann theoretisch jeder werden, egal ob Bettler, Postbote oder Bankangestellter. Den meisten erscheint Shiva im Traum oder Menschen haben eine Vision vom erleuchteten Leben. Oft werden auch Kinder in die Obhut von Gurus gegeben, die erst ihrem Guru dienen und als Sadhus „ausgebildet“ werden.

   

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