Udaipur in Rajasthan
Ein bebilderter Reisebericht von Uta Kubik-Ritter. Mehr aus ihrer Feder findet ihr unter www.kuris-world.com.
Bereits kurz vor 08.00 Uhr sind wir gelandet. Hier am Flughafen erwartete uns dann Adjif, unser Fahrer, den wir schon in Delhi kennengelernt hatten. Mit einem weißen Ambassador - einer in Indien gebauten Limousine - sollte nun unsere Tour durch das Land der Paläste losgehen.
Doch erst
einmal fuhren wir ins Shikarbadi Hotel, einem ehemaligen Jagdhaus des
Maharajas von Udaipur. Außerhalb der Stadt gelegen, umgibt ein großer Park die
Gebäude. Reitställe sind ebenso vorhanden wie ein Poloplatz, ein Wildgehege für
Hirsche und Rehe, sowie kleine Pavillons zum Verweilen. Eben alles, was die
damalige “feine” Gesellschaft so an Zeitvertreib und Kurzweil brauchte. Die
Zimmer liegen nebeneinander in rustikalen - jedoch mit allen Annehmlichkeiten -
ausgestatteten “Reihenhäusern” (so jedenfalls sieht es aus). Ist man erst
einmal im Zimmer, fällt der Blick auf eine urige Decke. Besser gesagt: auf die
Dachbalken mit offenliegenden Ziegeln. Diese Ziegel allerdings sind wunderschön
von unten sichtbar verziert.
Da aber
diese Dachziegel das einzige sind, was den Himmel vom Inneren des Raumes trennt,
hört man jeden Regentropfen (konnten wir allerdings nicht mit eigenen Ohren
vernehmen). Dafür hörten wir aber andere Geräusche. Nämlich die von Füßen.
Füßen der Affenherde, die täglich den Park “heimsuchte”. Die Angestellten
des Hotels gaben sich dann viel Mühe, diese kleinen Plagegeister zu
verscheuchen. Das allerdings machte mehr Krach als wenn die Affenbande einmal
hin und einmal her über die Dächer rast. Doch wenn das Hotelpersonal überzeugt
vom Erfolg der Vertreibung war und wieder den normalen Tätigkeiten nachging,
kamen die Tiere wieder. Erneut begann das Rennen über unseren Köpfen .....
Wir jedenfalls gewöhnten uns an diejenigen, die uns da aufs Dach stiegen.
Beim
Bummel durch die Stadt kamen wir auch an einem idyllischen Park mit vielen
Brunnen und Wasserspielen vorbei. Früher für die Töchter des Maharajas
angelegt (damit sie sich - geschützt vor den Blicken der Bevölkerung - in
freier Natur bewegen konnten, wurde dieser Park geschaffen. Heute bestaunen
Touristen die Anlage, ruhen sich aus von der Hektik da draußen .....
Herzstück der Stadt ist sicher der Pichola See. 4 km lang und 3 km breit erstreckt sich das Gewässer zu Füßen des Stadtpalastes. Mitten im See liegen die Inseln Jag Mandir und Jag Niwas. Auf der Letzteren wurde der ehemalige Inselpalast in das wohl schönste und natürlich auch teuerste Hotel Indiens umgebaut. Auch viele indische Seifenopern wurden hier gedreht.
Wir haben einen Tisch zum Dinner bestellt. Das jedenfalls konnten - und wollten - wir bezahlen. Unser Jagdhaus war nicht so teuer, nicht so mondän, aber dafür sehr gemütlich.
Natürlich
- so wie in jedem Land, das wir bereisen - musste mein Mann Gerüste
ansehen. Sträuben sich ihm doch die Nackenhaare, wenn er so etwas sieht.
Immer wieder kommt der Beruf in ihm durch, wenn er auf solche Konstruktionen
trifft. Na ja, nach deutschen DIN-Normen sieht das nun mal nicht aus .....
Als wir Udaipur verließen, begegneten uns überall auf den Straßen große Kamelherden, besser gesagt: Dromedare. In dieser Gegend gibt es Farmen, die sich besonders mit der Aufzucht dieser Wüstenschiffe beschäftigen. Heute noch kann jeder Inder, der eine Kamelstute hat, diese zum Decken in die Station bringen. Hat er mehr als fünf Kameldamen zu Hause, kommt das männliche Gegenstück auch zu ihnen.
Die Tiere werden auf diesen Farmen auch für das Militär gezüchtet. Eine Reitereinheit der Indischen Armee ist ein Überbleibsel aus kolonialer Zeit. Einmal im Jahr, nämlich am Tag der Republik am 26. Januar, reiten die stolzen Soldaten in Paradeuniform auf ihren reich geschmückten Kamelen den Rajpath - der breiten Straße zum Parlamentsgebäude in New Delhi - entlang.
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