Die Vedas- heilige Schriften des Hinduismus
Die Vedas gehören zu den heiligsten Schriften des Hinduismus und wurden in vedischer Sprache verfasst, einer frühen Form des Sanskrit. Das Wort Veda bedeutet "Wissen", insgesamt gibt es vier verschiedene Vedas, die zwischen 1000- 300 vor Chr. entstanden.
1) Die Rig Veda beinhaltet 1028 Hymnen auf 10562 Zeilen in 10 Büchern. Eine Hymne ist in drei Teile unterteilt: Der erste Teil ist eine Ermahnung; der zweite Teil beinhaltet die Verehrung eines Gottes in Form eines Gebets und im dritten Teil werden Bitten an den Gott herangetragen. Die in der Rig Veda beschriebene Form der Religion wird auch als Brahmanismus oder Vedismus bezeichnet, wobei vor allem die von den Ariern verehrten göttlichen Kräfte der Natur Luft (Vayu), Wasser (Varuna), Sonne (Surya), Mond (Soma) und Feuer (Agni) hervorgehoben werden.
Einer der wichtigsten Aspekte der Rig Veda ist die Beschreibung der kosmischen Ordnung, auch Rta genannt. Später wurde Rta auch als (Sanathana-) Dharma (ewige Rechtschaffenheit) bekannt. Dharma wurde nicht nur kosmisches Gesetz, sondern auch das moralische Gesetz des Hinduismus. Das Kastensystem und das Prinzip der Seelenwanderung (Reinkarnation) haben ihren Ursprung ebenfalls in der Rig Veda.
Die Schriften wurden nicht von einem einzelnen Autor verfaßt, sondern sind viel mehr die Ansammlung von Werken mehrerer großer Weisen. Eines der wichtigsten Opfer in der Rig Veda ist das Soma-Opfer, dei dem ein narkotisches Getränk aus einer Pflanze, wahrscheinlich Pilzen, gewonnen und eingenommen wurde.
2) Die Yajur Veda ist auf der Rig Veda aufgebaut und beinhaltet genauste Anweisungen über die Durchführung von liturgischen Ritualen, wie beispielsweise der korrekte Aufbau von Altären und die Darbringung von Opfern. Die Texte sind in Prosa- und Versform geschrieben und erfüllen aufgrund ihres Inhalts die Funktion eines Priesterhandbuchs.
3) Die Sama Veda befasst sich mit dem Wissen über Gesänge und basiert ebenfalls auf der Rig Veda. Die indische klassische Musik stammt von der Sama Veda ab, die aus 1549 Strophen besteht. Ähnlich wie in der Rig Veda werden hauptsächlich die göttlichen Naturkräfte besungen.
4) Die Atharva Veda umfaßt die Lehren des Weisen Atharvana und besteht aus 731 Hymnen mit rund 6000 Versen. Ob Atharvana die Texte selbst formulierte ist ungewiß, jedenfalls war er Chef-Priester der mit ihm verbundenenn Zeremonien und wurde schon in der Rig Veda als ältester Sohn von Weltenschöpfer Brahman erwähnt. Die Atharva Veda ist auch als Brahmanen-Veda bekannt, da sie als Regelbuch von Opfer-Priestern und Brahmanen benutzt wurde. Die Schriften enthalten viele magische Formeln und Gesänge, außerdem stemmen viele der Upanishaden von dieser Veda ab.
Prinzipiell besteht jede Veda aus:
1) Samhitas: Grundlegende Texte für Hymnan, spirituelle Formeln und Gesänge
2) Brahmanas: Anweisungen zur Duchführung von Ritualen
3) Aranyakas: Mantras und Interpretationen von Ritualen
4) Upanishaden: Bestehend aus insgesamt 108 Büchern, die sich mit Ratschlägen und Wegweisern zum Erkennen der absoluten spirituellen Wahrheit befassen. Das Wort setzt sich aus Upa (nahe), Ni (zu Füßen) und Shad (sitzen) zusammen. Die Upanishaden sind also Lehren, die ein Guru einem nahe bei ihm und zu Füßen sitzenden Schüler vermittelt.
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